Tourismus

Die  Geschichte der Ortschaft Vahldorf

Nachweislich erstmalig wurde Vahldorf am 21.09.937 in einer Urkunde Kaiser Otto des Großen erwähnt, mit der er dem von ihm gegründeten Moritzkloster zu Magdeburg 4 Hufen Land hierselbst schenkte.

Das jetzige Dorf ist sächsischen Ursprungs. Die von Chronisten belegte Geschichte Vahldorfs war bis ins späte Mittelalter von Besitzungen der Kirche und ihrem Einfluß bestimmt.

Urkunden aus den Jahren 966, 1152, 1194, 1339 und 1344 belegen Schenkungen an die Klöster Hildesleve (Hillersleben), Ammensleben und Althaldensleben sowie den Tausch der Vahldorfer Kirche gegen die Kirche von Niederndodeleben durch das Kloster Ammensleben.

In der Zeit zwischen 966 und 1152 kam Vahldorf in den Besitz der Grafen von Grieben, die wahrscheinlich die hiesige Kirche stifteten, deren Glocken zu den ältesten "in Stadt und Land Magdeburg" zählen, gegossen in den Jahren 1478, 1501 und 1502.

Der Vorstand der Gemeinde wurde noch im Jahre 1813 "vom Kloster geordnet". Die dörfliche Struktur Vahldorf als reines Bauerndorf hat sich vom 16. bis zum 19. Jahrhundert kaum verändert. Erst die Anbindung der Gemeinde an das Eisenbahnnetz 1871 leitete das Ende der überwiegend landwirtschaftlichen Struktur ein. Während im Bauwesen noch im 19. Jahrhundert überwiegend Aktivitäten auf den Bauerngrundstücken zu verzeichnen waren (ca. 30) wurden allein von Juli 1901 bis August 1903 21 Bauanträge gestellt und genehmigt, überwiegend in der Bahnhofstraße.

Verheerende Auswirkungen auf die Entwicklung des Dorfes hatten die Kriegsgeschehnisse. Im 30jährigen Krieg war Vahldorf zum größten Teil verwüstet und die meisten Einwohner in die Stadt geflohen.

Bei der französischen Invasion 1806 wurde Vahldorf vielfach geplündert, die Kirche "erbrochen und ihrer silbernen Kommunionsgeräte beraubt". Auch 1813 litt die Bevölkerung unter der französischen Besetzung. Die Kriege hatten auch entscheidende Auswirkungen auf die Bevölkerungsbewegung.

1781 (150 Jahre nach dem 30jährigen Krieg) zählte Vahldorf erst 250 Einwohner. Unter dem Einfluß der wachsenden Industrialisierung des Landes und dem Eisenbahnbau stieg die Einwohnerzahl bis 1910 auf 742. 1919 wurden noch 683 gezählt. Im 2. Weltkrieg am 1.4.1944 waren es gar nur 559.

In den 50er Jahren kam es allmählich zur Normalität und die Einwohnerzahl pendelte sich auf ca. 670 ein. Seit der Vereinigung ist die Tendenz wieder rückläufig. Zum 31.12.2002 lebten hier 548 Einwohner.

In den letzten Jahren ist Vahldorf durch den Bau neuer Straßen und Wege sowie die Restaurierung der Kirche schön und ansehenswert geworden.

In der Gemeinde haben sich nach 1990 zahlreiche kleine und mittelständische Betriebe im Gewerbegebiet angesiedelt.

1994 wurde durch das westfälische Unternehmen „Kleeschulte GmbH und Co.“ einer der leistungsfähigsten Umschlagsplätze für Agrarprodukte und industrielle Güter mit einem eigens dafür gebauten Hafen in Betrieb genommen. Damit ist Vahldorf eine Hafengemeinde und ein weiterhin interessanter Standort für Investoren durch die in Nord-Süd und Ost-West-Richtung verlaufenden und in unmittelbarer Nähe zur Ortschaft kreuzenden Verkehrsadern. Von besonderer Bedeutung sind dabei sowohl der Mittellandkanal, die BAB 2, zukünftig die BAB 14, die B 71 als auch die Elbe und die Strecken der Deutschen Bahn.



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